Mai 232011
 

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Randnotiz:

Wenn ich diese Jacke noch einmal machen müßte, dann würde ich dafür diesen Stoff von Spoonflower verwenden (was zu der Zeit, als ich diese Jacke gemacht habe, noch gar nicht existierte!). Das Muster ist, obwohl gedruckt und nicht gestickt, wesentlich akkurater und entspricht quasi 1:1 dem Muster, welches sich auf Margaret Layton’s Jacke befindet (das ist die, die sich im V&A befindet).
Dasselbe Design gibt es übrigens auch auf anderen Produkten bei Zazzle und auch CafePress (wie Handyschalen, Taschen, Teppichen und Duschvorhängen)!

Ich habe mich, genau wie viele andere Leute, in die bestickten elizabethanischen Jacken verliebt – das Met Museum hat eine, das V&A in London hat eine (die ich sogar gesehen habe!), zwei sind in „Patterns of Fashion“ beschrieben, viele sind auf Gemälden zu sehen…
Allerdings war ich, ähm, bezüglich der Stickarbeit immer etwas zurückhaltend – sogar, wenn ich eine solche Jacke wenigstens *teilweise* mit meiner Stickmaschine bestickt hätte, die allerdings nicht in der Lage gewesen wäre, alles zu besticken, da sie keinen Kettenstich oder Spangles aufnähen kann, hätte es, naja, ewig gedauert.

Vielleicht könnt ihr euch daher vorstellen, wie glücklich ich war, als ich diesen Stoff fand:

Ich gebe ja zu, daß er nicht *ganz* so aussieht wie die bestickten Jacken. Allerdings denke ich, daß das Muster dieses (gewebten, nicht bestickten) Stoffes zumindest grob so aussieht wie die Stickerei der Jacken. Und ich mag die Farben.
Außerdem.. mal wieder… dies ist meine Jacke, also kann ich eigentlich alles tun, was ich will – und bin glücklich darüber 🙂

Die Anfertigung dieser Jacke hat mir außerdem etwas beigebracht: Trage nie, nie, wirklich niemals elizabethanische Kleidung ohne die richtige Unterwäsche.
Als ich die Jacke halb fertig hatte, wobei ich das Schnittmuster aus Janet Arnold’s „Patterns of Fashion – Cut and construction…“ benutzt habe, wollte ich sie einfach nur anprobieren. Das tat ich über meiner Alltagskleidung, und die Jacke passte nicht. Also: Gar nicht.

In dem Moment war ich total entnervt und habe die Jacke beiseite gelegt – für mehrere Wochen.
Eines Tages, als ich meine elizabethanischen Stays (das ist das typische ‚Korsett‘ dieser Zeit, aber mit anderer Form als das, was man gemeinhin als ‚Korsett‘ kennt…), dachte ich, daß ich ja noch mal versuchen könnte, ob an der Jacke noch was zu retten ist. Ich probierte sie an, und, *Überraschung!*….:


Vorderseite der Jacke an meiner Schneiderpuppe *mit* Stays darunter


Rückseite der Jacke, ebenfalls auf Schneiderpuppe *mit* Stays darunter

…sie passt traumhaft! Und ich dachte schon, daß ich das Schnittmuster falsch vergrößert hätte! Nein, das war’s nicht – es war die fehlende Unterwäsche!

Ich habe fast keine Bilder von der Herstellung.

Ich denke, daß ich noch einen schönen Petticoat für diese hübsche Jacke brauchen könnte. Eine Weile konnte ich mich für keine Farbe entscheiden; aber am ende habe ich den Petticoat aus einer pfirsich-goldenen Doupionseide gemacht – *sehr* feine Doupionseide, die eher wie Taft als wie Doupion aussieht. Ich weiß, das Doupion nicht gerade historisch ist, aber weil ich den Stoff ja sowieso hatte, konnte ich ihn auch verwenden.

Die Seide war eigentlich für ein anderes Kleid geplant – für den Rock dieses Kleides aus ‚Der erste Ritter‘, welches jemand von mir bestellen wollte:

aber diese Person hat sich dann nie wieder gemeldet, also lag der Stoff eigentlich nur in meinem Schrank herum – zwei Jahre lang! – und bevor er da verkommt, kann ich ihn ja auch für etwas anderes benutzen 😉

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