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somit auch nicht mehr upgedated wird; es ist also besser, die englische Version des Webs zu lesen,
da sie aktueller und kompletter ist!
(Wie groß muß man das eigentlich schreiben, damit die Leute auf die
englische Version der Seite gehen anstatt auf die Deutsche...?)
Please keep in mind that I currently don't update and / or further translate the german version of
this web; so it's better to browse the English version of the web!)
(Bitte die Erklärung diesbezüglich hier
lesen)
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Der bestickte Mantel aus Sleepy Hollow ist eigentlich ganz einfach konstruiert, wenn man
nur etwas historische Recherche betreibt, weiß, wie sich Stoffe drapieren und es einem
nichts ausmacht, massive Stoffmengen zu hantieren.
Die Stickereien auf dem Originalmantel sind sehr schön und wahrscheinlich maschinell
gemacht, und wenn man eine Stickmaschine besitzt und halbwegs weiß, wie man die
dazugehörige Software richtig bedient, sind sie auch nicht schwer zu machen, und die
Herstellung der gestickten Rosen nimmt bei einem bereits fertiggestellten Stickmuster dann
nicht mehr als 10-12 Stunden in Anspruch.
Wenn man aber keine Stickmaschine und auch weder Zeit noch Geduld hat die Rosen mit der
Hand zu sticken oder aber sich eine Anfertigung der Stickrosen nicht leisten kann, dann
kann man auch aufbügelbare, fertige Rosen verwenden, die man in einigen Geschäften und
natürlich auch auf Ebay finden kann. Solche aufbügelbaren Rsen habe ich für diesen Mantel
hier verwendet, da meine Freundin Katrin, für die ich den Mantel gemacht habe, nur einen
begrenzten Betrag zur Verfügung hatte.
Der Originalmantel war wohl aus einer Art kurzflorigem Fell
gemacht.
Ich habe hier aber einen schweren, cremefarbenen Samt verwendet, den ich eigentlich
silbergrau färben wollte, aber irgendwie scheint mit meiner Färbung was schief gelaufen zu
sein - er ist jetzt hell - blau - grau, in einigen Bereichen blau schimmernd. Der
interessante Effekt ist der, daß der Mantel bei Kunstlicht grau aussieht, bei Tageslicht
aber puderblau ist.
Lasst uns doch mal ein paar Aspekte des Originalmantels
betrachten:
Di Mantelform
Den Originalmantel *könnte* man leicht für einen
Halbkreismantel halten (oder etwas, das noch weniger Stoff brauchen würde!) - er scheint
nämlich nicht besonders weit zu sein, wenn er getragen wird.

Allerdings, wenn man sich mal ansieht, wie er sich drapiert,
wenn er auf einem Pferd sitzend getragen wird...

Beachtet, daß der Mantel an seiner vorderen Öffnung immer noch mehrere Falten wirft.
...dann sollte es eigentlich klar sein, daß dies hier
definitiv ein Vollkreismantel ist, was bedeutet, daß er *massive* Mengen an Stoff
schlucken wird.
Nur für die Statistik: Ich habe 8 Meter Samt und 10 Meter Futter verbraucht (da das
Futter schmaler als der Samt war), um den Mantel zu machen, also im Endeffekt 18 Meter
Stoff für den Mantel verbraucht. Der fertige Mantel wiegt 8 Kilogramm.
Hier ist mein Mantel a) nur auf der Schneiderpuppe und b) zusätzlich über einen etwa
hüfthohen Tisch drapiert:

Da mir ein Pferd fehlt, um das Bild von oben nachzustellen,
ist hier eine kleine Montage mit einem Pferdebild (König Théoden aus 'Herr der Ringe' möge
mir verzeihen!), Seite an Seite mit dem Originalbild von Katrina van Tassel / Christina
Ricci in Sleepy Hollow:

Vergleicht mal die Faltendrapierung an der vorderen Öffnung und auch nach hinten
weglaufend in beiden Bildern - ja, der Originalmantel war definitiv ein Vollkreismantel!
Da ist etwas am Originalmantel, was nicht historisch erscheint
(aber die Tatsache, daß *ich* keinen Beweis für die historische Existenz gefunden habe,
heißt ja nicht, daß es so was gar nie nicht gab...):

Na gut, schaut mal hier auf die Rückseite. Stellt Euch vor,
das der Stoff am Rücken quasi als gerader Streifen herunterläuft, was ja auch der Fall zu
sein scheint. Und jetzt laßt den Blick zur Schulter rechts im Bild schweifen. Da scheint
eine Naht abwärts zu verlaufen, und der Stoff, der von der Schulter aus abwärts läuft,
scheint an dieser Naht leicht gerafft zu sein.
Diesen Effekt kann man auch hier sehen:

nur nicht ganz so deutlich wie oben. Im letzten Bild sieht man
auch (bzw. kann man erahnen...), daß die hintere Taille des Mantels irgendwie von innen
wohl an der Taille der Trägerin befestigt zu sein scheint. da er dort irgendwie 'nach
innen gezogen' wirkt. Ich glaube, daß dort auf der Innenseite des Mantels ein Band
verläuft, welches der Trägerin um die Taille gebunden wurde. Das ist aber offensichtlich
nicht nötig, um den Mantel 'nur' zu tragen, denn in anderen Szenen ist der Mantel ganz
offensichtlich nicht mit der Taille verbunden, da er nach hinten ausfächert:

Ich habe mich entschieden, 'nur' einen normalen
Vollkreismantel zu machen, komplett gefüttert, mit der historisch korrekten Kapuzenraffung
am Ausschnitt und mit dem Zugband parallel zur Öffnung der Kapuze.
Die Form der Kapuze
Da ist etwas an der Kapuze - gut zu sehen in den Bildern vom
Propstore of London - was entfernt an einen (schneiderischen!) Sattel erinnert:
Seht ihr diese 'Raffungslinie' im Futter der Kapuze?
Das sieht fast wie ein geraffter Sattel aus, aber wenn man
genau hinsieht, dann ist die Fältelung auf beiden Seiten der doppelten Naht zu sehen ist.
Was ist das also für eine komische Naht?
Tatsächlich scheint es etwas ziemlich historisches zu sein: Es ist ein Tunnel fpr ein
Zugband, der dafür benutzt wurde, die Kapuze eng am Kopf liegen zu lassen. Jean Hunnisett
zeigt in "Period Costume for Stage and Screen - Patterns for outer garments, Book I"
einige dieser 'Zugbandkapuzen'; sie werden aber auch in anderen Büchern erwähnt.
Jean Hunnisett zeigt da einige Fotos, aber vor allem diese wunderbare Illustration eines
erhaltenen Kleidungsstückes:

Zeichnung eines scharlachroten Hochzeitsmantels aus der Gallery of Costume, Manchester,
welcher auf ca. 1800 datiert ist; Zeichnung von Jean Hunnisett.
welches den Tunnelzug so zeigt, wie er aussehen würde, wenn er
voll zugezogen wäre. Jean Hunnisett schreibt:
"(...) Das Zugband um die Vorderseite der Kapuze konnte angezogen werden, damit die Kapuze
eng um das Gesicht herum sitzt."
Beim Filmmantel ist dieses Band aber offenbar nur sehr leicht angezogen, so daß sich
diese leichten 'Raffungsfältchen' um den Tunnel herum ergeben. Es *könnte* auch eine Art
Verstärkungsnaht für den Sattel an der äußeren Fellseite der Kapuze sein.
Die Außenseite dieser Kapuze ist nämlich unten in einen Sattel eingesetzt - das kan man
hier ganz gut sehen:
Das sieht ganz anders aus als der oben gezeigte Zugbandtunnel, der auf der Innenseite der
Kapuze zu sehen ist, richtig? Beachtet, daß der Faltenwurf des Stoffes nur nach 'oben',
also zur Vorderseite der Kapuze hin verläuft. Vergleicht das mit dem zweiten Bild, wo das
Futter anscheinend gar keinen Faltenwurf hat.
Ich kenne keine historische Referenz für so etwas und nehme
an, daß dies von den Kostümmachern des Filmes deshalb gemacht wurde, weil das Fell zu dick
gewesen wäre, um es in den Halsausschnitt einzukräuseln, ohne nachher einen gigantisch
dicken Saum rund um den Hals zu haben.
Da mein Samt aber nicht so dick ist, entschied ich mich für die geraffte, historische
Version der Kapuze, die auch oben in Jean Hunnisett's Illustration zu sehen ist.
Also nur für die Aufzeichnungen - das korrekte Aussehen des
Filmmantels dürfte etwa so ausgesehen haben:

Das wäre die Rückseite, die den eingekräuselten Stoff entlang
der Schultern zeigt sowie die auf einem Sattel montierte Kapuze.
Die Stickereien

Stickereien auf dem Originalmantel
Wie ich zuvor schon erwähnte, habe ich für diese Version des
Mantels aufbügelbare Rosen verwendet. Hier sind einige Nahaufnahmen von ihnen auf
Aufschlägen und Kapuze:

Die Schließen
Der Mantel kann auf zwei verschiedene Arten geschlossen
werden:
Erstens mit einer dekorativen Schließe, um ihn eng am Hals zu
schließen...

...und zweitens mit Hilfe von zwei Bändern, die in die
Halsnaht eingesetzt sind, so, wie es auch beim Originalmantel der Fall war:

Links: Originalmantel; rechts: meine Version
Ich habe mich lediglich dazu entschieden, die Bänder etwas
dicker als im Original zu machen, um meine liebe Katrin vor dem Schicksal der
Strangulierung zu bewahren ;-)
Die Bänder sind übrigens Baumwolltwillbänder, welche mit dem bestickten Satinstoff umnäht
wurden - der Satin allein wäre nicht stabil genug als Band gewesen, und das Twillband
hätte hässlich ausgesehen.
Und hier sind noch ein paar Bilder vom Mantel und der
passenden Tasche, die ich gemacht habe (erstes Bild).
Und auch wenn das nicht mein Mantel ist, so konnte ich doch nicht widerstehen, ihn einmal
anzuziehen und zwei Bilder damit zu machen - herzlichen Glückwunsch, Katrin, das wäre auch
meine Farbwahl gewesen (aber das sagte ich schon, nicht? ;-) )


Das letzte Bild zeigt auch den seltsamen Schimmer des Samtes
ganz gut. Seht Ihr die Kapuze? Sie scheint eine andere Farbe zu haben als der Rest des
Mantels, was aber, wie man im Bild daneben sehen kann, nicht der Fall ist. Sie schimmert
lediglich grau ;-)
Hoffentlich schickt mir Katrin noch ein paar Bilder vom
Mantel, besonders von der Rückseite der Kapuze, von der ich irgendwie keine Bilder gemacht
habe... ;-) |