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englische Version dieser Seite befindet sich |
Bitte beachtet, daß die deutsche Übersetzung der Seite momentan nicht mehr fortgeführt und
somit auch nicht mehr upgedated wird; es ist also besser, die englische Version des Webs zu lesen,
da sie aktueller und kompletter ist!
(Wie groß muß man das eigentlich schreiben, damit die Leute auf die
englische Version der Seite gehen anstatt auf die Deutsche...?)
Please keep in mind that I currently don't update and / or further translate the german version of
this web; so it's better to browse the English version of the web!)
(Bitte die Erklärung diesbezüglich hier
lesen)
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Seidensamt selbst ausbrennen
Wie funktioniert das eigentlich technisch gesehen?
Einfach, weil ich glaube, daß sie notwendig sind - ein paar
Erklärungen im Voraus.
Der Prozeß des Ausbrennens (welcher in einigen Fällen auch bei
seinem französischen Namen, Dévoré, genannt wird) funktioniert mit Hilfe einer chemischen
Flüssigkeit, welche auf die Rückseite des Samtes aufgetragen und nach dem Trocknen gebügelt
wird.
Die Chemikalien sind nicht wirklich flüssig, sondern haben eine Textur wie Gel. LEST
SORGFÄLTIG DIE ANLEITUNG für die Ausbrenner-Chemikalien. Manche müssen vor der Verwendung
gemischt werden (aus einer Art Gel und einem groben Salz - diese Mischung sollte etwa 15 Minuten
stehen, nachdem man sie gemischt hat, und danach noch mal ordentlich durchgeschüttelt werden),
andere wiederum kommen fertig in nur einer Flasche. Bei den zu mischenden Chemikalien sollte
die Anleitung zur Mischung besonders sorgfältig gelesen werden - falsches Mischen kann zur
irreversiblen Beschädigung des Stoffes führen.
Die Chemikalien funktionieren nur auf Stoffen, welche als
Mischgewebe sowohl aus natürlichen Proteinfasern (wie Seide und Wolle) als auch aus natürlichen
oder halbnatürlichen Nicht-Proteinfasern (wie Viskose, was ein Baumwollderivat ist, oder
Baumwolle, Leinen etc.) gewebt wurden. Seiden- / Viskosesamt ist ein gutes Beispiel, es gibt
aber auch Seiden- / Viskosesatin oder Organza etc. pp.
Die Chemikalien werden nur die natürlichen Nicht-Proteinfasern
entfernen. Das heißt, wenn man sie beispielsweise aus 100%igem Viskose- oder Baumwollsamt
verwenden würde, so könnte man damit Löcher in den Samt brennen, da bei diesen Stoffen natürlich
auch der Rücken aus diesen Materialien gewebt wurde.
Die Flüssigkeiten funktionieren überhaupt nicht auf chemischen Fasern wie z. B. Polyester- oder
auch Pannesamt.
Am Besten funktioniert die Technik also auf z. B. Seiden- / Viskosesamt oder ähnlichen
Mischungen.
Und so funktioniert's:
Als erstes muß man - nach dem eventuell notwendigen Mischen der Chemikalien - die
Flüssigkeit auf den Rücken des Samtes auftragen (Hinweis: Das ist die Seite de Stoffes, die
keinen weichen Flor hat!). Im Falle von Satin wäre es die stumpfere Seite.

Flüssigkeit aufgetragen auf die Rückseite des Samtes
Es ist sehr hilfreich, eine Vorlage zu verwenden; wenn der Samt noch
weiß (also nicht gefärbt) ist, dann kann man einfach unter den Samt eine schwarzweiße Vorlage
legen. Da der weiße Stoff die schwarzen Muster durchschimmern lassen wird, kann man die Vorlage
durch den Stoff sehen und direkt auf dem Stoff darüber arbeiten.
Ich selbst benutze üblicherweise eine kleine Flasche, welche man normalerweise verwendet, um
Gutta oder Outliner bei Seidenmalerei aufzutragen. Austauschbare feine Spitzen sorgen dafür, daß
man auch sehr kleine Muster ganz gut gestalten kann.
Wenn während dem Auftragen der Chemikalie was schief läuft - wie zum Beispiel wenn man an
der falschen Stelle getropft, etwas verschmiert hat oder aber z. B. einen Text einbrennen wollte
und dann festgestellt hat, daß die Vorlage unter dem Stoff nicht gespiegelt war (bitte immer
dran denken - ihr arbeitet auf der Rückseite des Stoffes. Alles, was ihr dort tut, wird auf der
Vorderseite spiegelverkehrt erscheinen!) - dann kann man, so lange der Stoff noch nicht
gebügelt ist, die Flüssigkeit mit klarem Wasser auch wieder auswaschen und von vorne beginnen.
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EIN PAAR SICHERHEITSRATSCHLÄGE
BEVOR ICH DEN NÄCHSTEN SCHRITT ERKLÄRE:
Ich weiß, daß ich mich paranoid anhören muß, wenn ich immer wieder dasselbe mit immer
wieder denselben dramatischen Ratschlägen schreibe, die in einigen Fällen sich vielleicht
sogar lustig lesen mögen. Glaubt mir aber bitte, daß ich nicht grundlos meine Zeit dafür
opfere, hier Sicherheitsmaßnahmen herunterzubeten - denn für mich war es überhaupt nicht
lustig, schmerzhafte Fehler zu machen, um überhaupt auf solche Ratschläge zu kommen.
Das Ausbrennerfluid ist BÖSE. Wenn ihr es aus
welchem Grunde auch immer irgendwo auf die Haut bekommt, dann RENNT ZUM BADEZIMMER und
WASCHT EUCH GRÜNDLICH. Jede Sekunde zählt! Die Flüssigkeit mit einem nassen oder
trockenen Tuch abzuwischen, reicht nicht!
Hier sind ein paar Bilder meiner Hand, die mal für etwa eine
Stunde in Kontakt mit der Flüssigkeit war (Ich hatte sie nur abgewischt, anstatt sie zu
waschen, und habe mit dem Waschen gewartet, bis ich fertig mit meiner Malerei war, was etwa
eine Stunde dauerte), und so wie unten sah die Hand einen Tag später aus.
  
(Ihr dürft fragen, warum ich so gruselige Bilder ohne Vorwarnung veröffentliche. Das
ist, weil ich auf die "harte Tour" gelernt habe, die Sicherheitsmaßnahmen für diese
Arbeit zu beachten und deshalb das dringende Bedürfnis verspüre, andere zu warnen (es
ist ja nicht so, daß ich die Anweisung "Gummihandschuhe tragen" auf der Flasche nicht
gelesen hätte - aber ich kenne das, wie schnell denkt man "Oh, wieso denn, ich will doch nur
schnell....". Ja, ich wollte "auch nur schnell", und habe heute Narben der oben gezeigten
Verätzungen an meiner Hand).)
Bügelt den getrockneten Stoff in einem GUT DURCHLÜFTETEN RAUM.
Das heißt, zumindest sollte das Bügelbrett am weit offenen Fenster stehen. Wenn ihr
irgendeine Möglichkeit habt, draußen zu bügeln, dann macht das. Egal ob drinnen oder
draußen, nach Möglichkeit solltet ihr noch eine Art Schutzbrille (eine Taucherbrille leistet
phantastische Dienste!) tragen.
Ich hatte mal eine ERNSTHAFTE Augenentzündung von dem Ausbrennerqualm der in meine Augen
kam. Der Arzt sagte, ich hätte verdammtes Glück gehabt, nur zwei Wochen Schmerzen zu
haben, anstatt für den Rest meines Lebens blind zu sein.
(Ich erspare Euch hier ein Bild meiner entzündeten
Augen, da ich hoffe, daß die Bilder meiner Hand oben reichen, um Euch die
Sicherheitsmaßnahmen beachten zu lassen!) |
Nachdem die Flüssigkeit als *dünne* Schicht aufgetragen wurde und getrocknet ist, muß der
Samt von der Rückseite (also von der Seite, auf welcher die Chemikalie aufgebracht wurde)
gebügelt werden. Man braucht ein bißchen Übung, um das richtig zu machen. Nach dem Bügeln
sollten die bemalten Stellen idealerweise die Farbe eines guten Toasts haben.
Wenn sie eher so aussehen, als wäre das Toast zu lange im Toaster gewesen, dann müßt ihr ein
wenig mehr üben - entweder durch Reduzierung der Bügeltemperatur oder dadurch, daß ihr das Eisen
schneller über den Stoff bewegt. Habt ihr nach dem Bügeln richtig braune oder gar schwarze
Stellen im Stoff, könnt ihr sicher sein, daß dort auch der Seidenrücken ausgebrannt wurde und
spätestens bei der ersten Wäshe dort bricht (was natürlich auch bei der Färbung sein kann).
Wenn die bemalten Stellen anscheinend ihre Farbe gar nicht verändern (sie also weiß oder nur
leicht gelb sind) dann müßt ihr die Bügeltemperatur erhähen oder das Eisen langsamer bewegen.
Wie ich schon sagte - man braucht etwas Übung, und irgendwie verhält sich jeder Stoff - sogar
Seidensamte von verschiedenen Händlern! - genau wie unterschiedliche Ausbrennerfluids und deren
Neuanmischungen anders, also komme ich nicht mit einer Faustregel à la "bei Stufe 2 1/2 6
Sekunden auf einer Stelle bleiben", sondern gebe lieber den Rat, vor jedem Ausbrennen an einem
kleinen Stück zu testen, wie man bügeln muß.
Ich WEISS, wie übel es sein kann, wenn einem mitten auf dem Stoff auf einmal Löcher in den
Rücken des Stoffes gebrannt werden, wo sie ÜBERHAUPT NICHT gebraucht werden können.
Nun - nachdem Eure bemalten, getrockneten und gebügelten Stoffstücke eine schöne, halbwegs
ebenmäßige toastähnliche Farbe angenommen haben, könnt ihr den Stoff umdrehen (das heißt - mit
der Samtseite nach oben) und was erstaunliches erleben (zumindest, wenn ihr das zum ersten Mal
macht... ;-) ):
Ihr könnt mit dem Fingernagel an den bemalten Stellen den Flor einfach abkratzen.
Und bevor ihr jetzt in vollkommene Panik ausbrecht, weil ihr Unmengen von Flor vom Stoff kratzen
müsst - keine Angst. Der Flor kann, nein, sollte besser abgewaschen werden (da dies sanfter
ist als ein kratzender Fingernagel), daher ist alles, was ihr tun müßt, Euren Seidensamt (oder
welche Webart ihr auch immer ausgewaschen habt!) in der Maschine zu waschen (lest meine
Anmerkungen zum Waschen von Seidensamt in der Maschine hier am Ende der
Seite), was übrigens dann auch eine gute Gelegenheit ist, den Stoff zu färben.
Während dieser Wäsche wird der Samt den ausgebrannten Flor verlieren, und der Flor wird einfach
mit dem Waschwasser weggespült - so einfach ist das! Habt keine Angst, daß der gelöste Flor die
Maschine verstopfen wird - dafür ist er viel zu fein. |