Feb 222012
 

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Königin Jamillia – das gecrashte Taft-Überkleid, die Ärmel und der Kragen

Das Überkleid

Ich habe für das Überkleid das Schnittmuster des ‚Loose Gown‘ aus ‚Patterns of Fashion‘ verwendet.
Die einzelnen Teile für vorn, Seitengodets, hinten und eine zusätzliche Godetfalte für hinten habe ich zuerst aus recht stabilem Baumwollstoff ausgeschnitten.
Die ausgeschnittenen Teile habe ich dann auf dem gecrashten schwarzen Taft ausgelegt, festgepinnt und dann den schwarzen Taft daran der Länge nach mit Garn festgeheftet.

Nach dem Heften habe ich die Teile dann aus dem Taft ausgeschnitten und das Oberteil zusammengesetzt. Überraschenderweise war das einzige, was ich ändern mußte, 5-7cm der vorderen Seiten nach innen wegzuklappen, damit der vordere Ausschnitt dem des Original-Jamillia-Kleides entspricht. Um den „Rückzieheffekt‘ der großen hinteren Godetfalte zu umgehen, habe ich von innen hinten in der Taille eine Art Gürtel von Seitennaht zu Seitennaht befestigt. Auf diese Weise liegen die Seiten des Kleides glatt am Körper, während die Rückseite mit der Falte sich nach außen wegbiegen kann.

Hier sind ein paar Bilder, die ich draußen in der Sonne gemacht habe. Ich habe sie ein  wenig aufgehellt, damit man den schwarzen Crashtaft noch erkennt, da er SO schwarz ist, daß man den Crash-Effekt sonst eben nicht erkennt. Das Überkleid wird hier über meiner Pelican gown Farthingale getragen; der dreieckige perlenbesetzte Einsatz ist nur an der Schneiderpuppe festgepinnt:

Jetzt muß ich nur noch den vorderen und unteren Saum per Hand umnähen, die ebenfalls nur angepinnt sind.

Hier sind Bilder des fertigen Überkleides, getragen über dem fertigen Unterkleid:

Vorderseite des Überkleides Seite des Überkleides Rückseite des Überkleides
Der obere Verschluß.
Hinter der bestickten Klappe versteckt sich ein Druckknopf.
Innen an den vorderen Seiten des Überkleides habe ich Sicherheitsnadeln angenäht. Die Stellen, an denen sie in das bestickte Unterkleid eingepinnt werden müssen, habe ich mit schwarzem Garn markiert.
Das dient dazu, das Überkleid daran zu hindern, beim Laufen nach hinten wegzurutschen (was es tut, weil der hintere Teil als Schleppe auf dem Boden schleift und deswegen alles von vorn nach hinten ziehen möchte).

Die Ärmel

Die Ärmel – und diesen Teil habe ich auf den Ausstellungsbildern und im Film recht genau studiert – sind eigentlich eine Art ‚Cape‘. Das heißt, ich bin auch nicht sicher, ob diese flügelähnlichen Ärmel mit dem Überkleid verbunden sind oder nicht.

Ich habe sie gemacht, indem ich zunächst einmal aufgrund der Ausstellungsbilder ein Schnittmuster entwickelt habe, diese – wie schon beim Oberkleid – aus Baumwoll-Twill ausgeschnitten habe, dann auf den gecrashten Taft geheftet habe.

Bei den Originalärmeln gibt es sowohl vorn als auch hinten eine spezielle Richtung, in welcher der gecrashte Taft läuft. Das habe ich versucht zu imitieren, indem ich die Ärmelteile genau so auf den Crashtaft gelegt habe:

Stabiler Baumwolltwill für die Ärmel, ausgelegt auf dem gecrashten Taft.
Und ja, der Baumwolltwill hat ein Muster. Ich habe ihn vor Jahren mal für etwas anderes gekauft; also arbeite ich hier im Prinzip mit Resten. Ich brauche die Baumwolle, um den gecrashten Taft zu stabilisieren, damit die Ärmel später nicht kollabieren
.

Nachdem ich die Baumwollteile und den Twill miteinander verheftet hatte, schnitt ich die Teile aus und baute das Cape zusammen. Hier ist ein erster Test, wie das über dem Unterkleid aussieht:

Es ist noch kein Futter in den Ärmeln. Auch fehlt natürlich noch die bestickte Borte und der Kragen. Das Foto gibt mir aber den Eindruck, daß die Grundform der Ärmel richtig ist.

Ein Bild der Stickerei der Ärmelborte in Arbeit:

Der erste von vier Rahmen der Ärmelborte wird ausgestickt. Der Stoff liegt hier im Schrägschnitt (45-grad-Winkel zum Fadenlauf) auf dem Stickrahmen, damit ich ihn nachher wie Schrägband um die Kurven des Ärmels legen kann.

Hier ist noch ein Bild des fast fertigen Kleides auf der Puppe. Die Borten auf dem Ärmel sind noch nicht festgenäht:


Man kann ganz gut sehen, wie die Stickerei quasi in der Mitte aufhört.
Der „Rollkragen“ am Kragen fehlt noch, und die Borten an den Ärmeln sind noch nicht festgenäht.
Wie ich schon sagte – nur um zu sehen, wie es bisher aussieht… und ich mag es
😀


Mehr Bilder der fertigen Ärmel, über dem fertigen Unter- und Überkleid:

Das Ärmel-„Cape“ schließt vorn mit zwei Druckknöpfen. Ich glaube, das hier ist eines der wenigen Bilder, auf dem man die Samtpaspel neben der bestickten Borte erkennen kann.

Der Kragen

Kragenstickerei in Arbeit. Man sieht die Sprungstiche ganz gut (schwarzer Faden), die ich manuell schneiden muß, während die Maschine stickt. Dafür muß ich die Maschine etwa 10mal pro Rahmen anhalten.

Ich schneide die schon erwähnten Sprungstiche.
Die meisten Leute nehmen dafür lieber kleine Scheren; ich bevorzuge eine große Schere, weil ich damit überall auf dem großen Rahmen hin komme.
Warum MUSS ich die Sprungstiche schon während der Stickerei schneiden und nicht danach, wenn alles fertig ist?
Weil die Maschine ansonsten über die Sprungstiche schneiden könnte, was es schwierig macht, sie zu schneiden.

Hier ist die erste Hälfte der Kragenstickerei. Ich muß es noch an eine Samt-Basis annähen und auch noch einige der Sprungstiche schneiden. Da der Kragen ja in einer Kurve bestickt werden mußte, war es etwas schwierig:

Erster Blick auf Jamillia’s bestickten Kragen

Und hier ist die fertige Kragenstickerei (immer noch ohne schwarzen Samt). Ich nutze als Stabilisierung ‚Decovil‘, ein Vlies, welches oft für Taschen benutzt wird. Dieses Vlies sitzt am Ende zwischen dem schwarzen und weißen Samt und dem Futter des Kragens.

Um einen Vergleich zwischen meiner Reproduktion und dem Original leichter zu machen, ist hier eine Collage, die beides zeigt. Beachtet, daß das Bild meines Kragens draußen in der Sonne aufgenommen wurde, und das Ausstellungsbild des Originals innen, mit Blitz.
Auf dem Bild des Originalkragens kann man das Satinfutter sehen (rechte Bildseite, Kragen in der Nähe der Schulter).

Die Stickereien sind nicht 100% genau da, wo sie auf dem Originalkragen sind; aber davon mal ab denke ich, daß Originalmuster recht gut getroffen zu haben.

Hier ist der Kragen mit schwarzem Samt auf dem Vlies. Auch das Satinfutter ist mittlerweile an Ort und Stelle – nur, daß man es leider nicht sieht. Und der Kragen sitzt nicht besonders gut, weil er nur angepinnt ist. Die Borte auf den Ärmeln ist ebenfalls innen noch nicht festgenäht, deswegen sieht es etwas seltsam aus:

Bilder des fertigen Kragens:

Vorderseite Seite
Rückseite Der Kragen wird mit Hilfe eines Druckknopfes hinten am Ärmelcape befestigt, um Verrutschen zu verhindern.
Der stehende Kragen schließt hinten mit Klettband. Die Brosche habe ich aus einer Perlmuttscheibe, Fimo, schwarzer und goldener Farbe gemacht.
Hinten habe ich eine Sicherheitsnadel befestigt, damit ich die Brosche auch am Kragen anstecken kann.

Fahrt mit dem Kleidertagebuch beim bestickten Unterkleid fort.

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