Mai 222011
 

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verdammt. Ich weiß *genau*, wie ich dieses Kleid machen muß.

Ich hatte sogar irgendwann mal so ziemlich genau den ausgebrannten Seidensamt für den ‚Mantelteil‘ (mit einem ‚Holzdesign‘ ausgebrannt) in der Hand – nur eben in weiß statt gefärbt (aber was macht das schon?).

Außerdem weiß ich, wie man den Seidensamt in den zwei Farben färben kann, und welches Material ich gleich mitfärben kann, um die exakt gleichen changierenden Farben des Unterkleides zu erhalten. Ich finde es hochinteressant, wie die Form des Unterkleides durch Plissierung, welche mehr oder weniger eingehalten wird, erreicht wurde.

Gedanken und Planung zum Unterkleid

Ich *glaube*, daß das Unterkleid – von oben nach unten – aus einem einzigen Stück Stoff gemacht worden ist, oder besser gesagt: Mehrere Längen von Seiden-Viskose-Satin. welche an den Webkanten zusammengenäht wurden.
Ich glaubem daß das Material so sehr plissiert ist, daß es – wenn es unplissiert 140cm breit wäre – nach der Plissierung höchstens noch 50cm breit wäre (wenn es niht voll zusammengerüscht ist, was wahrscheinlich in einer Maximalbreite von etwa 10cm resultieren würde).
Angenommen, daß diese Schätzung richtig ist, und von der Annahme, daß das Unterkleid über der Brust voll zusammengezogen ist (so wie auch am Hals, aber da ist der Stoff etwas durch den Schnitt geformt), dann müßte ich mindestens 8 Längen des Stoffes aneinanderreihen, um eine tragbare Weite von ~100 cm zu erhalten.
Der untere Rock wäre dann das eine Ende dieser aneinandergenähten Stoffbahnen, und wenn man *den* komplett auseinanderziehen würde, dann würde dies eine Saumweite von etwas mehr als 12 Metern ergeben…
Da r aber nun mal plissiert ist, wirkt er wesentlich schmaler – von meiner üblichen ‚Ausrechnen des Rockumfanges (dadurch, daß ich annehme, die Schulterhöhe der Schauspielerin sei auch meine Schulterhöhe, die Breite des Rockes in einem Bild als Höhenmaß schätzen und dann mit Pi den Umfang ausmessen‘) würde ich glauben, daß der Rock – plissiert – einen Umfang von etwa 280cm hat.
Das wären bei unplissiertem Stoff etwa viermal so viel – und das wiederum trifft vage meine erste Kalkulation von 140 breitem Stoff, der nach dem Falten nur noch 20cm breit wäre. Eine Länge von etwa 180cm pro Stoffbahn (vor dem Plissieren) wäre wohl ausreichend, gesetzt den Fall, daß er vorgewaschen ist und nicht mehr einlaufen wird.
Damit bräuchte ich also achtmal die Länge – was in fast 15 Metern von vorgewaschenem Stoff resultiert, also etwa 18 Metern neuem, ungewaschenen Stoff. Und das ist nur der plissierte Teil des Unterkleides, ich rede noch nicht vom Mantel oder Futter… *stöhn* – kann ich mir nie ein Kleid aussuchen, was aus weniger als 5 Metern Stoff besteht…?
Der Schnitt für das Kleid ist so einfach, daß ich ihn in 5 Minuten auf ein Blatt Papier kritzeln könnte…

Gedanken und Planung für Überkleid oder Mantel

Meine ursprüngliche Planung und Gedanken bezüglich der schwarzen Punkte im Stoff können hier nachgelesen werden; alles weitere auf der folgenden Seite.

Ich habe natürlich auch Panik davor, die Kordelstickereien am Überkleid machen zu müssen (obwohl ich eine Idee habe, wie ich sie fälschen könnte).
Während auf den ersten Blick die Stickerei wie eine einfache, zweifarbige Kordelstickerei aussieht, so handelt es sich tatsächlich um eine Art sehr engen, schrägen Zickzackstich mit mehreren verschiedenfarbigen Garnen, welcher über einer dünnen Kordel vermutlich mit einem Kordelfuß ausgeführt wurde.
Diese Stickerei ist ganz klar mit der Maschine gemacht und vorher nur grob angezeichnet worden (wahrscheinlich mit entfernbaren Markern), da linke und rechte Seite der Motive zwar ähnlich, aber nicht gleich sind. Und während die Musterwiederholung zwar ähnlich ist, ist sie doch niemals zweimal gleich.
Es erinnert mich ein wenig daran, was auf dem Senatskleid für Episode II gemacht wurde, nur das das tatsächlich Soutachestickerei war und dies hier eine Fadenstickerei über einer darunterliegenden Kordel ist.
Irgendwie habe ich die verrückte Idee, daß dies gemacht wurde, bevor der Stoff gefärbt wurde, und zwar sowohl mit weißen oder sehr hellgrauen Viskose- als auch Seidengarnen derselben Farbe. die über einer schwarzen Kortel aufgebracht wurden, damit bei der Färbung diese Garne passend zu dem Stoff mit eingefärbt werden konnten.
Das ist mal wieder sehr schlau – man muß dafür wissen, daß man Seiden-Viskosestoffe in zwei getrennten Farben färben kann, wenn man die richtigen Färbefarben verwendet – welche Alter Ego von Dupont heißen.
Man kann sogar (zum Beispiel) blaue Seiden- und rote Viskosefarbe dieser Marke in einen Topf schütten, womit man ein lila Färbebad erhält und dann (wieder zum Beispiel) einfach den ausgebrannten Seidensamt hinterherwerfen, den man färben wollte. Ist die Färbung fertig, hat man Seidensamt mit blauem Rücken und rotem Flor – Jede Farbe hat nur die Faser gefärbt, für die sie zuständig ist.
Ich weiß, daß man das sehen muß, um es zu glauben – ich hab’s nicht geglaubt, bis ich es gesehen hatte, doch seitdem – und das ist Jahre her – liebe ich diese Methode

Nachdem ich dann irgendwann herausfand, daß es den Seidensamt, den ich ursprünglich für das Kleid im Auge hatte, nicht mehr gibt, habe ich mich dazu entschlossen, zu versuchen, den Seidensamt selber auszubrennen. Ich habe vorher schon öfter Seidensamt ausgebrannt – aber noch nie versucht, praktisch Meterware mit einem sich wiederholenden Muster herzustellen, wie ich sie für den Mantel brauchen werde,

Meine ersten Schritte in diese Richtung gingen dahin, das genaue Muster des Samtes herauszufinden – dies könnt ihr auf der nächsten Seite nachvollziehen.

*Falls es irgendjemanden interessiert:
Hier sind meine ursprünglichen Gedanken bezüglich der schwarzen Punkte im Stoff – bevor ich Anna’s Muster sah:

Ich habe nicht nur Panik davor, all die schwarzen Punkte per Hand nach dem Färben auf den Seidensamt zu malen.
Die schwarzen Punkte könnten im Original entweder gemalt oder bestickt sein – um eine stabile Zwischenlage unter dem eher flattrigen Ausbrennersamt zu halten. Es könnten auch Klebepunkte sein, die denselben Zweck erfüllen. Das wäre eine ziemlich schlaue Methode, um den Seidensamt zu stabilisieren, da ein aufbügelbarer stabiler Rücken den Seidensamt beim Aufbügeln abflachen würde.
Die schwarzen Punkte sind *nicht* im Original auf dem Stoff, noch haben sie etwas mit dem Ausbrennermuster zu tun – sie haben, im Verhältnis zum Ausbrennermuster, keine regelmäßige Verteilung oder Abstand auf dem Stoff. Und der Seidensamt bräuchte definitiv eine Rückenverstärkung, da er sich ansonsten viel zu weich verhalten würde.
Die Theorie, daß die schwarzen Punkte gestickt oder geklebt sein könnten, um ein Zwischenfutter zu halten, wird meiner Meinung nach fast dadurch bestätigt, daß sie sich auch unter der Kordelstickerei befinden – sie sind auf den Stoff entweder vor oder kurz nach dem Zuschneiden desselben gekommen (es wäre wahrscheinlich einfacher, sie vor dem Zuschneiden dort aufzubringen, auch auf die Gefahr hin, daß man dann mehr Punkte sticken oder kleben müßte, als man am Ende braucht)).

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