Sep 222013
 

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Wie man Silikonformen und Kaltgussmetall macht

Diese Anleitung deckt zwei verschiedene Techniken ab:
Wie man Silikonformen von etwas macht, was man gießen möchte und wie man dann Metall-Kaltguß mit Polyurethanharz und Metallpulver macht.

Ich werde beides am Beispiel von Aveline de Grandpré’s Gürtelschnalle aus Assassin’s Creed III erklären, habe dieselbe Technik aber für Connor’s Gürtelschnalle, für Connor’s Knöpfe und die von Washington verwendet (sowie für einige andere Dinge.

Fangen wir an mit…

Silikonformen herstellen

Moldmaking1 Man fängt damit an, das Objekt, für das man eine Silikonform machen will, auf Backpapier auszulegen.Beachtet, daß diese Anleitung nur für Sachen funktioniert, die auf einer Seite flach sind.
Sie ist nicht wirklich nützlich, um Statuen abzuformen.

In diesem Falle habe ich mit Modellierton Aveline’s Gürtelschnalle nachgebildet.
Diese besteht aus zwei Teilen – dem „A“ und dem umgebenden Oval. Die beiden Teile werden später zusammengeklebt.

Nachdem ich die beiden Teile auf Backpapier ausgelegt hatte, habe ich sie mit einem hohen „Rand“ aus Modellierton umgeben, der etwa einen Zentimeter höher ist als die zwei Teile.

Das einzig wirklich wichtige ist, daß dieser Rand wirklich rundum lückenlos fest auf dem Backpapier sitzt.

Da ich mit Modellierton arbeite, der zum Teil Spuren von Schwefel enthält (was das Silikon an der Stelle verderben würde!), habe ich dann mehrere Lagen Trennmittel aufgebracht, um das Silikon an der Berührung (und der Reaktion!) mit dem Modellierton zu hindern.Hierfür benutze ich „SuperSeal“ von Smooth-On.

Das ist wirklich ein wichtiger Schritt. WENN der Ton das Silikon vom reagieren (oder inhibieren) abhält, kann das Silikon nicht aushärten und bleibt klebrig; was ihr wirklich nicht wollt.

Das Trennmittel ist wasserlöslich. Man kann es also mit allen Dingen benutzen, die man auch mit Wasser waschen kann.

Es ist auch sehr nützlich, wenn man mit porösen Gipsmodellen arbeitet.

Moldmaking2
Moldmaking3 Dann habe ich die beiden Teile meines Abformsilikons zusammengemischt und die Mischung in die ovale Form gegossen.Um eine Form herzustellen, wollt ihr KEIN „Badsilikon“ oder ähnliches verwenden; es wird NICHT funktionieren.

Benutzt vernünftiges Abformsilikon. Ich persönlich benutze „Mobasil“.

Das Silikon, was ich benutze, hat eine Topfzeit (so lange kann man’s verarbeiten) von etwa 8 Minuten und härtet in etwa 30 Minuten aus.Danach kann man es von der Modelliermasse (oder dem abzuformenden Modell) lösen.

Beachtet bitte, daß das Originalteil, sofern aus Modellierton oder anderem weichen Material hergestellt, hierbei sehr wahrscheinlich zerstört oder zumindest beschädigt wird.

Moldmaking4

Danach packe ich meine fertige Silikonform gerne für 30 Minuten bei 100°C in den Backofen, um sie nachzuhärten.
Das hilft auch, klebriges Silikon, was wegen dem Schwefel im Ton und TROTZ dem Trennmittel nicht richtig reagiert hat, nachzuhärten.

Danach solltet ihr eine ausgehärtete, flexible Silikonform haben, die ihr zum Gießen von Modellen gebrauchen könnt.

Metall-Kaltguß

Dafür braucht man:

CastingMaterials

  1. Verschiedene atomisierte Metallpulver
    Ich benutze Aluminium-, Zinn-, Eisen- und Messingpulver (die in diesem Bild gezeigt werden) und habe auch Bronze- und Kupferpulver.
    Welches Pulver ihr benutzt, hängt hauptsächlich von der Farbe ab, die ihr erzielen wollt.
    Aluminium und Zinn ergeben eine silbrige Farbe; wenn das fertige Stück etwas dunkler sein, rosten oder mehr Gewicht haben soll, dann nehmt ihr Eisen; Messing ergibt einen Goldton, Kupfer / Bronze halt die entsprechenden Töne.
    Man kann die Pulver auch mischen und erhält dann Mischtöne.
    Die Pulver sollten nur eines gemeinsam haben, und das ist eine Meshgröße von 200 bis 325 beziehungsweise eine Partikelgröße von 74 bis 44 Mikronen (µm).
    Das zeigt an, wie fein das Pulver ist. Zu grobes Pulver ergibt keinen schönen Metalleffekt; zu feines Pulver möchte auf dem PU-Harz aufschwimmen.
    Wenn euer Verkäufer euch die Mesh- oder Mikrongröße nicht sagen kann… sucht ein anderes Pulver (und Verkäufer!).
    Beachtet, daß Makeup-Puder / Pigmente NICHT funktionieren werden. Es ist auch keine gute Idee, selber das Pulver mahlen zu wollen; denn mal ganz ehrlich – Ottonormalverbraucher ist NICHT in der Lage, Metall derartig zu atomisieren.
  2. Polyurethan-Harz (und eventuell Färbemittel dafür)
    Ich benutze Smooth-On’s „SmoothCast Onyx“, was schon schwarz eingefärbt ist.
    Natürlich könnt ihr auch jedes andere PU-Harz benutzen, zusammen mit einem (passenden!) Färbemittel in braun oder schwarz für das Harz.
    Beachtet, daß handelsübliche Tinten, Abtönfarben oder sonstwas NICHT mit Polyurethanharz funktionieren. Es muß ein Färbemittel für PU-Harz sein, wie die „So-Strong“ Farben, die es hier gibt. Wenige Tropfen reichen für eine große Menge Harz aus.
  3. Eure Silikonform (im Bild repräsentiert durch die zwei Flaschen, die meine Mobasil-Komponenten enthalten 😉 ).
Casting1 Mischt eure Metallpulver.Man braucht eine Menge, die volumentechnisch der Hälfte eures Harzes entspricht.Da die meisten PU-Harze im Verhältnis 1:1 gemischt werden, heißt das, ihr braucht 1 Teil Harz, 1 Teil Härter und 1 Teil Metallpulver (nochmal – volumen-, NICHT gewichtstechnisch gesehen!).Seid beim Mischen vorsichtig. Das Pulver staubt ganz gut, verteilt sich also prima in der Luft. Tragt also lieber eine Atemschutzmaske, denn mal ehrlich – ihr wollt KEIN Metallpulver in euren Lungen haben.

In diesem Bild habe ich 1 Teil Zinn mit 1 Teil Aluminium und 1 Teil Eisen zusammengemischt. Diese Mischung ergibt, wenn fertig gegossen, einen sehr alten Eisen-Look.

In einem anderen Becher micht ihr die zwei Komponenten des PU-Harzes.Mischt sie mindestens 20 Sekonden lang zusammen.

Je gründlicher ihr das tut, desto besser wird euer Ergebnis.

Denkt aber dran, daß das Harz nur eine Topfzeit von wenigen Minuten hat. Ihr müsst also schnell arbeiten.

Casting2
Casting3 Schüttet dann unter Rühren das Metallpulver dazu – langsam und unter ständigem Rühren.
Das sollte man dann noch so 30 Sekunden kräftig weiterrühren.
Dabei nicht vergessen, auch die Wände und den Boden des Gefäßes ordentlich durchzukratzen.
Schüttert das Harz in die Form.
Dabei dauernd weiterrühren. Eine Hand hält das Gefäß und schüttet, die andere rührt im Gefäß weiter.Sogar mit Übung ist dabei ein bisschen Schlabberei nicht zu vermeiden. Deshalb liegt da, wo ich arbeite, immer Backpapier oder Plastikfolie drunter.

Da ich hier die Menge an Harz falsch berechnet hatte (ich hatte nur das HARZ aber nicht das METALLPULVER in meiner Kalkulation…), hatte ich etwas mehr Harz, als ich gebraucht hätte; also spontan noch zwei weitere Formen – Amidala’s final Senate gown-Broschen und Connor’s Knöpfe – mit Harz gefüllt, um es nicht zu verschwenden.

Casting4
Casting5 Etwa 90 Minuten später kann man den Gießling dann aus der Form holen.
Und das hat man dann – die gegossenen Gürtelschnallen-Teile, mit dem ganzen geschlabberten Zeug noch mit dran.An der Stelle packe ich das Gußteil gern nochmal 30 Minuten bei 100 Grad in den Ofen zum nachhärten. Casting6
Casting7 Dann nimmt man ein scharfes Messer und schneidet die geschlabberten Teile weg.
Und so sieht die Schnalle dann aus.Wie man sehen kann, sieht das eher wie graues Plastik und so gar nicht wie Metall aus. Casting8
Casting9 Dann nimmt man alles, was irgendwie zum schleifen geeignet ist – wie feine Schleifpads…
…oder Stahlwolle, um den Gießling zu schleifen und polieren.Dieser Prozess entfernt die sehr dünne, äußere Schicht des Plastiks und legt die Metallteilchen frei, die dann wiederum als eine glänzende metallische Oberfläche hervortreten. Casting9a
Casting10 Danach reinigt man den Gießling mit Wasser und dann nochmal mit Aceton.Erst JETZT hat man eine metallisch aussehende Oberfläche.

In diesem Fall war ich auf einen „Alteisen“-Look aus, den ich meines Ermessens nach recht gut getroffen habe.

Hätte ich der Pulvermischung weniger Eisen hinzugefügt, hätte ich eine mehr silberne, glänzende Oberfläche erhalten.

Und hier sind mal ein paar Beispiele für Teile, die ich mit verschiedenen Metallpulver-Mischungen gegossen habe. CastItems
Mögliche Probleme:

  1. Euer PU-Harz Harz bleibt klebrig
    Entweder habt ihr die Komponenten nicht richtig durchgemischt, oder ein falsches Mischverhältnis gewählt. Manche Harze werden NICHT 1:1 gemischt. Nur der Hersteller kann euch das exakte Mischverhältnis sagen.
    Beachtet auch, daß „Volumen“ nicht gleich „Gewicht“ bei Harzen ist.
  2. Eure Metallfläche glänzt nicht ordentlich
    Entweder habt ihr zuwenig Metallpulver benutzt, oder hättet weniger Eisen benutzen sollen, oder vielleicht habt ihr auch nicht genug (oder zu grob) geschliffen.
  3. Euer Gießling ist zerbrechlich
    Das passiert üblicherweise dann, wenn der Gießling an einigen Stellen sehr dünn ist (wie das „A“ und das Oval in diesem Beispiel) und aber trotzdem Belastungen standhalten muß (wie’s generell bei Gürtelschnallen der Fall ist).
    Ihr könnt euch da behelfen, indem ihr ein Stück dickeren Eisendraht auf die Form des zu gießenden Teiles zurechtbiegt, den Draht in die Form legt und mit eingießt. Das stabilisiert das Teil.
  4. Ihr braucht eine klene Öse o. ä., womit ihr das Teil an etwas anderem befestigen könnt (z. B. Ösen an Knöpfen).
    Auch dafür könnt ihr stabilen Eisendraht benutzen, den ihr in Form biegt (für einen Knopf wäre das eine Öse mit zwei längeren „Beinen“), und den dann in das härtende Harz drückt, so daß die Öse noch herausschaut.
    Auf diese Art kann man Anhänger, Schlüsselanhänger… oder Knöpfe machen 😉
  5. Ihr wollt nicht, daß eure metall-enthaltenden Gießlinge anlaufen?
    Versiegelt sie mit einer Schicht Klarlack. Ich selber poliere die Teile nur mit etwas Öl; das verhindert das Anlauen nicht für immer. Somit LAUFEN meine Kaltguss-Teile durchaus an, woraufhin ich sie irgendwann nachpolieren muß (wie es auch bei echtem Metall der Fall wäre).

 

Falls ihr noch Fragen habt, zögert nicht, sie zu stellen 🙂

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